Gestalttherapie
Aus meiner Sicht nehmen Menschen im allgemeinen dann psychotherapeutische Hilfe in Anspruch, wenn sie Belastungen erleben, die ihnen den Alltag erschweren und sie sich nicht in der Lage sehen, diese Belastungen aus eigener Kraft nachhaltig zu verringern oder angestrebte, als wichtig erachtete Ziele zu erreichen.
Dabei gehe ich davon aus, dass die meisten von uns eine Vorstellung davon haben, was richtig und was falsch ist. Das hilft uns, uns in dieser komplexen Welt zu orientieren und gibt Sicherheit, schränkt uns aber auch ein, macht unseren (Erlebens-)Raum enger und reduziert unsere Möglichkeiten, da wir immer nur einen Ausschnitt dessen sehen können, was ist und dies für die einzige Wahrheit halten. Schwierig, weil belastend wird es für uns, wenn wir einsehen müssen, dass unsere Vorstellungen und Ideen mit der `Realität´ kollidieren und wir so an Grenzen stoßen, die uns unüberwindbar scheinen.
Zu unseren Erklärungsmustern gesellen sich unsere Ziele und Absichten. Wir nehmen diese in den Blick und arbeiten auf deren Verwirklichung hin. Auch das ist sinnvoll und hilfreich, weil unter anderem sinnstiftend und Orientierung bietend sowie der eigenen Verwirklichung dienend. Dabei gründen unsere Ziele und Ideen aber auf unseren Einschätzungen, Vorstellungen und Annahmen und sind insofern ebenfalls Beschränkungen unterworfen.
Zudem sind unsere Ziele auf die Zukunft gerichtet und mithin nicht das, was jetzt ist.
Mein Angebot:
Dieses ist darauf gerichtet, Ihnen in der gemeinsamen Arbeit einen Raum zur Verfügung zu stellen, der Sie unterstützen soll, sich aus der Enge des Bisherigen zu entfernen und zusätzliche Betrachtungsweisen und Perspektiven zu gewinnen, um möglichst frei wie selbstverantwortlich den Herausforderungen des Lebens begegnen und Ihren eigenen Weg verfolgen zu können. Dabei sind Ihre Sichtweisen, Meinungen, Überzeugungen, Ideen und Ziele bedeutungsvoll und immer wieder wichtiger Bezugspunkt.
Das für Sie mögliche Neue mag in der Begegnung zwischen Ihnen und mir im Rahmen des gestalttherapeutischen Settings begründet sein. Begegnung wird für Sie vermutlich am ehesten dadurch möglich, dass Sie sich verstanden, akzeptiert und gewertschätzt fühlen. Es ist also vor allem Ihr subjektives Erleben, welches Ihnen anzeigt, ob Sie sich gut aufgehoben fühlen oder nicht.
Dieses subjektive Erleben zu betrachten und zu erforschen ist wesentlich im weiteren Verlauf unserer Arbeit gemäß der Annahme, dass wir das, was wir wahrnehmen, für wahr nehmen, dies also unsere Sicht auf die Welt und uns selbst maßgeblich bestimmt. Dies hilft zu verstehen.
So sehe ich meine Aufgabe darin, für Sie günstige Bedingungen zu schaffen und Sie darin zu unterstützen,
Ihr Erleben und Ihre Gefühle
- wahrzunehmen,,
- zu fühlen und
- ihnen Raum zu geben sowie sie mitzuteilen beziehungsweise mit mir zu teilen, sie quasi in die Welt zu bringen.
So bin ich unmittelbar beteiligt und stelle etwa meine eigene emotionale Resonanz zu Ihrem Erleben mindestens zum Teil zur Verfügung mit der Idee, dass dies hilfreich für Sie ist.
Somit geht es in der Begegnung viel ums Zulassen, Geschehen lassen und damit um Hingabe an das, was ist.
Dies erkennt an, dass eine Erweiterung von Bewusstheit - mein Ziel der gemeinsamen Arbeit - nicht willentlich herbeigeführt werden kann, kein Akt des Machens ist. Denn wie sollen wir etwas beschreiben, das wir (noch) nicht kennen?
Es ist ein bisschen wie eine Landkarte, die manche gut markierten Bereiche aufweist. Dies sind jene, in denen wir uns auskennen und um die je zu beschreitenden Wege wissen, um unsere Ziele zu erreichen. Die bestehenden Belastungen aber scheinen für etwas zu stehen, was die Suche nach neuen Wegen erforderlich macht. Es ist quasi der unbekannte Teil des Landes, eine noch weiße Fläche. Das Finden neuer Wege und gegebenenfalls neuer Ziele hat also etwas mit Erkunden zu tun. Dieses Erkunden erfordert Mut, da man sich auf unbekanntes Terrain vorwagt und vorwagen muss, um weiter voranschreiten zu können. Unser emotionales Erleben kann uns hier wichtige Wegweiser liefern, und daher ist es wesentlicher Bestandteil der Arbeit.
Dazu eine Aussage von Arnold Beisser, Schüler von Fritz Perls, dem Mitbegründer der Gestalttherapie: `Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist´.
Diese Herangehensweise beinhaltet das Vertrauen darauf, dass wichtige Aspekte sich in für uns passender und angemessener Weise fügen können, wenn wir uns ihnen wie beschrieben widmen können.
Mein Bemühen zielt darauf, günstige Bedingungen derart zu schaffen, dass Sie sich gut einlassen können und dieses Wagnis der Erkundung eingehen mögen. Dabei begleite ich Sie gerne.